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Otto Wagner Städtebaupreis
1998 - Würdigung
Millenniumworkshop

Entspannung der Kontrollmechanismen durch Deregulierung
Konzeptueller Ansatz:
Durch die Einführung der dynamischen Bebauungsmatrix (anstatt des rigiden und
überreglementierten Bebauungsplanes) kann auf relevante gesellschaftliche Entwicklungen
Rücksicht genommen werden. Spezielle Bedürfnisse, unterschiedliche Lebensstile und
Weltanschauungen werden innerhalb dieses komplexen Systems artikuliert. Sie finden ihren
legistischen Ausdruck in der Bebauungsformation, der Ableitung von der Matrix. Die
Einflußnahme auf die Matrix erfolgt mittels konkreter Regeln, d.h. Gewichtung und/oder
Verknüpfung relevanter Themen und ihrer Bedeutung für einen speziellen Ort. Die
Intention - der Wille - fließt in die Regeln, die spezifische Erfordernisse
sicherstellen. Das Ergebnis bleibt frei davon. Zielvorstellungen können innerhalb der
Regel definiert werden. Damit wird Kontrolle ausgeübt, wo sie sinnvoll ist. Das Ergebnis
ist aufgetreten und entzieht sich ihr. Auf diese Weise ist Deregulierung in der Matrix
verankert.
Operative
Lösung:
Schritt 1: Sichten aller relevanten Bestände, Einflüsse und Erfordernisse auf ein
bestimmtes Gebiet (vom baulichen Bestand über Radiästhesie bis hin zu Emissionen).
Schritt 2: Fixierung von Muß-Verknüpfungen und -Gewichtungen zwischen den
Einflußschichten, um Erfordernisse (wie z.B. Lichteinfall oder soziale Infrastruktur)
sicherzustellen. Damit steht die Matrix zur Ableitung individüller Bebauungsformationen
bereit.
Schritt 3: je nach Präferenzen des Users können zusätzliche Verknüpfungen und
Gewichtungen bestimmter Einflußschichten vorgenommen werden (von Bodenversiegelung
über
Fauna Bestand bis hin zu Emissionssenkung).
Mit diesen Eingaben wird die Bebauungsmatrix zu einer Bebauungsformation, d.h. eine
spezifische Ableitung, gültig für den Bauplatz. Werden die Verknüpfungen und
Gewichtungen verschoben, entstehen andere Bebauungsformationen.
Ergebnis:
Je nach Eingabeparameter in die Bebauungsmatrix ergeben sich eine Vielzahl von
unterschiedlichen Bebauungsformationen für einen Bauplatz, die signifikant
für den
zugrundeliegenden Willen sind und nicht bloß ein Symbol dafür. Eine detaillierte
Beschreibung finden Sie hier.
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