Fotos: ©Klomfar + Partner

Selten bekommt man als Architekt so eine besondere Aufgabe wie die Planung eines freistehenden Gebäudes in einer gewachsenen Innenstadt. Hier gilt es in hohem Maß städtebauliche Aspekte, stadträumliche Wirkung und Objektqualitäten zu einer sinnvollen und erfolgreichen Synthese zu formen.  

Beim Haus der Forschung ist es glücklicher Weise nicht nur die Form, die im Dialog mit der Umgebung steht, sondern auch seine Funktion: Als zentrale Anlaufstelle und Headquarter der Forschungsförderung Österreichs bildet es einen vitalen und belebenden Nukleus, der Bewegung und Zukunft auch über die lokale Reichweite hinaus ausstrahlt.   

Das ausdrückliche Ziel des Planungsprozesses war es, ein Niveau an Innovation im Gebäude zu schaffen, das adäquat zu den Inhalten ist, die mit Hilfe des Gebäudes gefördert werden. Als verbindendes Element und Schlüsselthema von Architektur und Forschung bietet sich hier hochgradige Energieeffizienz an. In dieser Hinsicht stellt das Haus der Forschung einen Prototyp an Nachhaltigkeit auf dem Gebiet des Verwaltungsbaus dar, der die Latte sehr hoch legt.   

Diese Ziele verlangen nach einer eigenen Formensprache und einer Ästhetik der Optimierung: Die freistehende Situation ermöglicht und fördert die allseitige Erfahrung des Objektes. Damit ist eine vielfältige Erscheinung einer Oberfläche - einer Fassade - fast selbstverständlich vorgegeben. Diese Oberfläche fließt ohne Brüche und Kanten um das Volumen und lässt den Zwischenraum mit der Erschließung entstehen; das Rückgrat des Objektes. Energieeffizienz wiederum verlangt nach einer optimalen Gebäudehülle. Hier ist eine intelligente Membran erforderlich, die gerade so viel Transparenz - und damit solaren Wärmeeintrag - zulässt wie das Gebäude verkraften kann. Aus dieser Balance entsteht die Form des Objektes.   Das Ergebnis ist ein Referenzprojekt, das nicht nur die ästhetischen und ökonomischen Ziele erreicht, sondern auch den Ansprüche des öffentlichen Interesses in so eine Institution befriedigt, indem es mit einer Primärenergiekennzahl von 100 kWh/m²a neue Standards setzt. Neueste Technologien in Planung und Bau werden dafür sorgen, dass das Haus der Forschung nicht nur in der Arbeitsplatzbehaglichkeit, sondern als „3 Liter Haus“ auch in der Energieeffizienz beispielhaft in Österreich sein wird.

 

Partner:
Arch. Heinz Neumann ZT GmbH
Muthgasse 109
1190 Vienna

 

Eckdaten:
Bebaute Fläche 1.800 m2. 
Bruttogrundrißfläche: ca. 10.000 m2 
Bauwerkskosten: ca. EUR 10,9 Mio.

Grundrisse:
Erdgeschoss
2. Obergeschoss
6. Obergeschoss
Schnitt