Der Standard, 19.09.96

Vom "Wohtel" zur "Bebauungsmatrix"
Auszug

Wien - Aus welchen Bausteinen wird die Stadt der Zukunft errichtet? Wie reagiert Architektur auf die neuen Ansprüche der Freizeitgesellschaft oder Telearbeit? Wo werden Alleinerziehende Platz und unterstützende Infrastruktur haben? Der von Planungsstadtrat Hannes Swoboda initiierte "Millenniumsworkshop" soll dazu Antworten finden - Dienstag abend wurden die ersten Ergebnisse präsentiert. Die weiter bearbeiteten Erkenntnisse sollen dann in der ehemaligen Kabel- und Drahtwerke AG (KDAG) in Meidling in der Praxis getestet werden.

Die Vorschläge der Fachleute dringen - wie könnte es in Wien anders sein - bis in die Tiefen der Bürokratie vor: Der herkömmliche Bebauungsplan solle durch eine Bebauungsmatrix ersetzt werden, fordert etwa das Team Mascha und Seethaler. Der Bebauungsplan könne veränderte Wertsysteme und Weltanschauungen "weder inkorporieren noch artikulieren". In der "Bebauungsmatrix" solle daher nur die maximale Kubatur festgeschrieben werden - in deren Rahmen die Bauten je nach Präferenz gewichtet und verknüpft werden.